Glossar
Arbeitsuchendmeldung
Ab 1.1.2011 persönliche Anspruchsvoraussetzung für den Bezug von > Transferkurzarbeitergeld (Transfer-Kug)
Aufstockungsbetrag
Freiwillige Zahlung des personalabgebenden Betriebs um während des Verbleibs in der > Transfergesellschaft das > Transfer-Kug aufzustocken
Betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit
In einer betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit (beE) werden Arbeitnehmer zusammengefasst, die im bisherigen Betrieb auf Dauer nicht mehr benötigt werden. Regelmäßig wird eine beE nicht vom bisherigen Arbeitgeber, sondern von einem neuen Rechtsträger (eigene Rechtspersönlichkeit) gebildet. Es handelt sich hierbei um sogenannte Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (Transfergesellschaften).
Wird im Ausnahmefall beim bisherigen Betrieb eine unselbständige betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit gründet, ist eine eindeutige Trennung zwischen den Arbeitnehmern der beE und des Betriebes unerlässlich.
Dreiseitiger Vertrag
Vertrag zwischen dem Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer und der Transfergesellschaft. Inhalt ist die Beendigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses zum Arbeitgeber und Begründung des befristeten Arbeitsverhältnisses zur Transfergesellschaft.
ESF-Förderung
Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, die bei der Gewährung von Transfer-Kug zusätzlich für Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitnehmer beantragt werden können
Interessenausgleich
Instrument der betrieblichen Mitbestimmung (§ 112 BetrVG). Dient der Vermeidung von wirtschaftlichen Nachteilen für die Arbeitnehmer, die von der betrieblichen Restrukturierung betroffenen sind und regelt die Umsetzung der geplanten Betriebsänderung (nicht erzwingbar). Hat zum Gegenstand das Ob und Wie sowie die Auswirkungen auf die Beschäftigten. Schriftform erforderlich und von Arbeitgeber und Betriebsrat zu unterschreiben. Bei Nichteinigung Anrufung der Einigungsstelle > Sozialplan.
Profiling
Analyse der Stärken und Schwächen (Eingliederungsaussichten) der Teilnehmer. Beim Eintritt in eine Transfergesellschaft vor dem Übergang vorgeschrieben.
Qualifizierungsbudget
Die Mittel, die im Transfersozialplan für die Qualifizierung der Arbeitnehmer in der Transfergesellschaft vorgesehen sind. Remanenzkosten Beiträge zur Sozialversicherung, Lohn- und Gehaltszahlungen während des Urlaubs und an Feiertagen sowie Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes (werden vom personalabgebenden Betrieb getragen).
Sozialplan
Im Gegensatz zum > Interessenausgleich über Einigungsstelle erzwingbar. Hat zum Gegenstand die Maßnahmen zur Milderung der durch die Restrukturierung entstehenden Nachteile (Abfindungen, Transferleistungen).
Transferagentur
Eine Transferagentur wird vom Unternehmen, das Personal abbaut oder aber (das ist die Regel) bei einer vom Unternehmen beauftragten Beratungsfirma eingerichtet. Sie berät, vermittelt und betreut die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten während der Kündigungsfrist. Ziel ist es, im Rahmen der Förderung nach § 216a die Vermittlungschancen zu verbessern und den Eintritt von Arbeitslosigkeit zu verhindern (z. B. > Profiling, Planung künftiger Berufsweg, Bewerbungstraining, Akquisition und Vermittlung offener Stellen).
Transferanbieter
Eigenständige Anbieter von Leistungen zur Durchführung von Transfermaßnahmen und Transfergesellschaften. Es werden auch die Bezeichnungen wie Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, Auffanggesellschaft o.Ä. verwendet.
Transfergesellschaft
Ein Betrieb, der von einem Träger von Transferleistungen geführt wird, um die Arbeitnehmer des Personal abbauenden Unternehmens aufzunehmen. Die juristische Bezeichnung hierfür ist betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit. Es werden auch Bezeichnungen wie Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, Auffanggesellschaft o. ä. verwendet.
Transferinstrumente
Diese umfassen die Transfermaßnahmen und das Transferkurzarbeitergeld
Transferkurzarbeitergeld
Zahlung der Agentur für Arbeit an die Arbeitnehmer, um das ausgefallene Entgelt während der Beschäftigung in der Transfergesellschaft zu ersetzen. Das Transferkurzarbeitergeld beträgt 60% bzw. 67% des Nettolohns, abhängig davon, ob Kinder zu berücksichtigen sind. Die Einzelheiten können Sie dem Merkblatt 8c der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.
TransferMappe
Persönlicher Ordner des Transfer-Kug-Beziehers, in dem Aktivitäten aller Beteiligter festgehalten werden. Nützliche Grundlage zur Abbildung des Transfer-/ Qualifizierungs-geschehens und für „griffbereite“ Bewerbungsunterlagen.
Transfermaßnahmen
Transfermaßnahmen finden in der Kündigungsfrist bis zum Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Betrieb statt und umfassen alle Maßnahmen zur Eingliederung von Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt, an deren Finanzierung sich der Arbeitgeber beteiligt. Transfermaßnahmen müssen durch einen Dritten (Träger) durchgeführt werden. Ziel ist es, die Vermittelbarkeit der betroffenen Arbeitnehmer zu verbessern (> Transferagentur).
Transfersozialplan
Der Transfersozialplan ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, die die Unterstützung des Transfers der Arbeitnehmer in eine neue Beschäftigung regelt. Im Vordergrund steht die Verwendung von Abfindungsleistungen für Maßnahmen zur Unterstützung der Integration der Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt.
Turbo- / Sprinterprämie
Ein finanzieller Anreiz für den Arbeitnehmer, die Beschäftigung in der Transfergesellschaft möglichst schnell durch Arbeitsaufnahme in einem Betrieb oder durch Wechsel in die Selbständigkeit zu beenden.
WeGebAU
Weiterbildung von Geringqualifizierten und älteren Beschäftigten in Unternehmen.
Sonderprogramm der Bundesagentur für Arbeit zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

Transferleistungen






